Archiv für Juli 2008
Neues Gesetz in Frankreich: In den Knast mit einer Tablette Dianabol!
Vielen Dank, liebe Radfahrer-Deppen! Heißen Dank dafür, dass Ihr mit Euren Doping-Exszessen so viele Schlagzeilen macht, dass die Regierung früher oder später durchgreifen musste… In Deutschland wurden die Radfahr-Skandale jüngst zum Anlass genommen, den Anabolika-Eigenbedarf neu zu regeln und drastisch einzuschränken. Nur was nun in Frankreich gemacht wurde, entbehrt jeglichen Verständnisses meinerseits.
Seit letztem Monat heißt es bei den Froschfr… Franzosen nun: Wer Dopingmittel besitzt oder verwendet und damit erwischt wird, bekommt bis zu 5 Jahren Haft und eine Geldstrafe in Höhe von ca. 119.000 US $! Nein, kein Scherz – wer in Frankreich mit einer Tablette Dianabol erwischt wird, hat eine höhere Strafe zu erwarten als ein Vergewaltiger!
Mal davon ab, dass ich generell der Meinung bin, dass erwachsene Menschen für sich selbst entscheiden sollen, was sie mit sich und ihrem Körper machen, so ist das Strafmaß zudem mehr als nur lächerlich! Sorry, Ihr lieben Jaques und Pierres, aber damit seid Ihr für mich die heißesten Anwärter auf den Titel „EU-Depp des Jahres 2008″
Tour de France mit ersten Dopingfall
Die „Tour de Dope“ hat ihren ersten Dopingfall, der Spanier Manuel Beltrán wurde positiv auf EPO (Erythropoetin) getestet. EPO findet vor allem in den Ausdauersportarten seinen Einsatz, da es einen Wachstumsfaktor bei der Bildung von roten Blutkörperchen darstellt. Je mehr rote Blutkörperchen dem Organismus zur Verfügung stehen, desto leistungsfähiger ist dieser, da den Zellen mehr Sauerstoff zur Verfügung stehen. Bei weiteren Dopingtests sollen 5 weitere Fahrer auffällige Blut- und Hormonwerte haben, insbesondere der Italiener Ricardo Riccò wurde namentlich genannt.
Schwimmer verwenden kein Anabolika
Chuck Wielgus, Exekutivdirektor von USA Swimming behauptet, dass die olympische Disziplin Schwimmen ganz frei von Doping und Anabolika und anderen leistungssteigernden Substanzen sei. Er begründet es in einem Brief an Waschington wie folgt:
„Schwimmen ist von Natur aus eine sehr ehtische Sportart, mehr als alle anderen Sportarten, die es in dieser Welt gibt. Dies hat zur Folge, dass Athleten nicht auf Doping zurückgreifen und um leistungssteigernde Medikamente einen weitgen Bogen machen.“
Darüber hinaus schreibt er:
„Sollten Schwimmer betrügen und dadurch positiv getestet werden, werden sie automatisch von Wettkämpfen ausgeschloßen. Innerhalb der Sportart gibt es ein andere Kultur, die keine Entschuldingung zulässt “ sagte er weiterhin.
Nur seltsam, dass er akutelle Weltmeister über 800m Freistil Oussama Mellouli positiv auf das Amphetamin Adderall getestet worden ist. Der Weltmeister selber argumentierte Aufpuschmittel genommen zu haben, um bei Klausuren an der Universität bessere Leistungen zu erzielen.
Er wurde lediglich verwarnt, darf aber dennoch bei den olympischen Spielen in Peking wieder mitmachen.
Wie lächerlich das Ganze ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.
Bigger, Stronger, Faster*
„*The Side Effects Of Beeing American“ heißt es auf der offiziellen Seite im Untertitel. In dem Film vom Chris Bell (Regie, Buch) wird der Versuch gestartet zu klären, wie stark der Missbrauch von Steroiden („Anabolika„) in der amerikanischen Kultur verwurzelt ist und deren Auswirkungen auf die Benutzer und deren Umfeld. Neben u.a. Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Hulk Hogan werden auch die zwei Brüder des Regisseurs, die selbst auf Anabolika sind, begleitet. Am 5. Juli wurde der Film dem europäischen Publikum auf dem 43. Karlovy Vary International Film Festival präsentiert, ein genauer Erscheinungstermin wurde allerdings noch nicht festgelegt. Klar scheint aber, dass der Film in Deutschland lediglich als DVD erhältlich sein wird.

Kinoplakat
Nieder mit PT-141, lang lebe PL-6983!
Das Zulassungsverfahren des Libido- und angeblich potenzfördernde MT-2 Metaboliten namens PT-141 (alias Bremelanotid) wurde von der FDA gestoppt. Der Hintergrund ist, dass während klinischer Test die Versuchspersonen zum Teil an erheblichen Bluthochdruck litten. Einen Ausweg ließ man sich seitens des Herstellers (Palatin Technologies Inc.) trotzdem offen, man strebt eine Zulassung von PT-141 zur Behandlung von hohen Blutverlusten (z.B. während OPs) an. Währenddessen forscht Palatin an einem weiteren Melanocortin, dieses trägt den internen Namen PL-6983 und löst PT-141 ab. Dabei soll PL-6983 alle Vorteile von PT-141 in sich vereinen ohne die unerwünschten Effekte auf den Bluthochdruck.
Es bleibt abzuwarten, ob und wann alle libidogeschädigten Steroid User endlich aufatmen können.
Anwenderbericht: THG (Tetrahydrogestrinon)
Aus den persönlichen Aufzeichnungen eines Wettkampf-Bodybuilders (Amateurbereich) – Anwenderbericht: THG (Tetrahydrogestrinon)
Dosierung: 60mg THG jeden zweiten Tag intramuskulär
Zeitpunkt der ersten Aufzeichnung: Zwei Wochen nach der ersten Injektion
Parallel zum THG verwendete Steroide: Testosteron Enantat, 500mg alle 5 Tage
Körpergewicht: Seit Beginn der THG-Kur keine Veränderung, THG speichert somit kein Wasser
Kraftleistungen: ca. 10% Kraftgewinn seit Beginn der THG-Kur
Pump: Erhöhter Pump, der selbst Stunden nach dem Training noch zugegen ist (noch nie zuvor erlebt!)
Körperfett: Trotz Off-Season innerhalb der zwei Wochen mit THG merklich an Fett verloren. Effekt ist subjektiv größer als mit Trenbolon!
Nebenwirkungen: Erhöhte Schweißproduktion, ansonsten keine Nebenwirkungen bisher bemerkt
Erstes Fazit: Tetrahydrogestrinon scheint ein perfektes Wettkampf-Steroid zu sein mit Fett verbrennenden Eigenschaften, die die des Trenbolon deutlich übersteigt.
Experten meinen, Roid Rage gibt es nicht
In einer weiteren heraugeschnittenen Szene des Anabolika-/Doping-Dokumentarfilms „Bigger, Strogner, Faster“ kommen Doping-Experten wie William Llewellyn (Autor von Anabolics 2007), John Romano und Harrison Pope zu Wort, die der Meinung sind, dass es „Roid Rage“ nicht gibt.
Roid Rage werden allgemein aggressive Stimmungsschwankungen genannt, die durch den Gebrauch bzw. Missbrauch von Anabolika zutrage treten sollen. Viele kriminelle Schwerverbrecher benutzen oftmals Roid Rage als Ausrede für brutale Straftaten vor Gericht, um eine mildere bzw. im Bestfall gar keine Strafe zu erhalten. Experten streiten schon seit Jahren, ob es Roid Rage wirklich gibt. Der letzte große angebliche Roid Rage Fall in den Medien war die Tragödien rund um Chris Benoit, einem der legendärsten und besten Profi-Wrestler weltweit, der, angetrieben durch Roid Rage, erst seine Familie und dann sich selbst ermordet haben soll. Durch viele aufwendige Untersuchungen konnte später belegt werden, dass andere Faktoren zur Tragödie geführt haben, sofern Chris Benoit wirklich der Schuldige ist, was noch nicht eindeutig bewiesen werden konnte.
Die Experten, die in der herausgeschnittenen Szene für Bigger, Stronger, Faster interviewt wurden, waren einstimmig der Meinung, dass es Roid Rage in eigentlichen Sinn nicht gibt. Vielmehr lautet der Tenor, dass ein Mensch, der bereits ohne Steroide ein A…loch ist, durch Steroide zu einem noch größeren A…loch wird. Es gibt allerdings keine Indizien dafür, dass ein psychisch gesunder Mensch durch die alleinige Gabe von Steroiden Roid Rage entwickeln würde.